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Brauer befürchten beschleunigtes Wirtshaussterben

München, 25.06.2010. Wenn am 4. Juli der Volksentscheid über ein verschärftes Nichtraucherschutzgesetz angenommen wird, befürchtet der Bayerische Brauerbund eine weitere Beschleunigung des ohnehin seit Jahren zu beobachtenden Wirtshaussterbens.

"Vor allem die bierorientierte Kleingastronomie wird Federn lassen müssen" prophezeit Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Verbandes in München. Auch an der Brauwirtschaft kann und wird diese Entwicklung nicht spurlos vorüber gehen.

Hier geht es nicht um wirksamen Nichtraucherschutz. Hier wird aus ideologischen Erwägungen versucht, die Raucher zwanghaft vor sich selbst zu schützen, ob sie dies wollen oder nicht. Wer am 4. Juli also "Nein" sagt, stimmt damit keineswegs gegen "echten Nichtraucherschutz". Den gibt es längst. Jedes Nein ist vielmehr ein Nein zu Gängelei und Bevormundung.

Der Bayerische Brauerbund sagt NEIN zur Gesetzesinitiative zur Verschärfung geltenden Nichtraucherschutzes und spricht sich für die Beibehaltung der bestehenden Rechtslage aus.

Bereits bei Erlass des ersten Nichtraucherschutzgesetzes hat sich gezeigt, dass viele Raucher die Gastronomie entweder ganz meiden, oder sie ihren Besuch doch deutlich verkürzen – mit entsprechenden Konsequenzen für den Umsatz. Die sinnvolle und auch seitens des Bayerischen Brauerbundes von Anfang an geforderte Lockerung des ursprünglichen, strengeren Nichtraucherschutzgesetzes durch die christlich-liberale Landtagsmehrheit zum 1.8.2009 ermöglicht seither ein friedliches Nebeneinander von Rauchern und Nichtrauchern in der Gastronomie. Das geltende Recht erlaubt es Kleingastronomen mit bis zu 75 m² Schankraumfläche, ihre Wirtschaft als "Raucherkneipe" auszuloben. Betreibern größerer Wirtschaften bietet es die Möglichkeit, neben dem rauchfreien Schankraum einen abgeteilten, kleineren Nebenraum als "Raucherraum" auszuweisen. Es stellt damit einen sinnvollen Kompromiss zwischen notwendigem Nichtraucherschutz einerseits und den Interessen der Raucher andererseits dar.

Wir müssen akzeptieren, dass "Freiheit" auch bedeutet, Menschen etwas objektiv Schädliches tun zu lassen, so lange sie Dritte dadurch nicht ungewollt beeinträchtigen.

Überflüssig wie ein Kropf ist deshalb die Gesetzesinitiative, die den Menschen ein Mehr an Nichtraucherschutz lediglich vorgaukelt. Schließlich stellt das geltende Nichtraucherschutzgesetz bereits sicher, dass niemand dem Passivrauchen ungewollt ausgesetzt wird:

Die klassische Speisegastronomie ist ohnehin längst rauchfrei. Wenn hier überhaupt noch geraucht wird, dann in abgeteilten Nebenräumen. Wo die baulichen Voraussetzungen hierfür gegeben waren, haben Wirte solche Nebenräume gerade erst geschaffen, um ihre rauchende Kundschaft nicht zu verlieren. Jetzt droht nicht nur diese Klientel ausgesperrt zu werden. Manche im Vertrauen auf die Rechtslage getätigte Investition erweist sich im Fall einer Annahme des Volksentscheids als rausgeschmissenes Geld.

Gerade im ländlichen Raum haben manch alteingesessene Wirtshäuser die Einführung des Nichtraucherschutzes mit dem Leben bezahlt. Nach dem Auszug des Stammtisches hat sich der Weiterbetrieb einfach nicht mehr gelohnt. Und dort, wo man als "Raucherkneipe" oder durch die Schaffung eines separaten Raucherraumes die rauchende Kundschaft noch halten konnte, droht sie jetzt in die Kellerbar oder die Gartenlaube vertrieben zu werden.

Lothar Ebbertz: "Ich bin Nichtraucher. Raucher im Frühstücksbereich eines Hotels sind mir zuwider, Tabakrauch während des Essens empfinde ich als äußerst störend. Wenn aber Raucher sich in einem abgeteilten Nebenzimmer eines Restaurants treffen, wenn sie abends in einer ausdrücklich als "Raucherkneipe" ausgewiesenen Kleinwirtschaft zusammenkommen, ohne dass sie irgendjemanden stören, warum muss man ihnen das verwehren?"